Sippel-Sonntag im Dorf und Erntetag beim Mühlenverein

(dm) Traditionell fand am 3. Wochenende im September der Sippel-Sonntag statt, an dem rund um den Ortskern unter dem Motto der Zwiebel als Beinamensgeberin von Sippel-Wäske eine Menge für Besucher von nah und fern geboten wurde.

Ein paar hundert Meter weiter am Ende der Hauptstraße führte der Weseker Mühlenverein seinen Erntetag rund um das Heimathaus durch, dabei unterstützt von Mitgliedern des Heimatvereins. Für das etwas weiter gespannte Motto des Erntetages hatten sich der Vereinsvorsitzende Christian Rottstegge und seine Helfer einiges einfallen lassen, um neben den Dorfattraktionen zu bestehen und Anreize zu geben, den Quellengrundpark zu besuchen, zumal jenseits der B70 auch der Gärtner Picker sein Gartenparadies geöffnet hatte.

Der Mühlenverein setzte mit dem Erntetag im größeren Rahmen des Quellengrundparks auch Lehrvorführungen des „großen Bruders“ Heimatverein fort. Der hatte für zahlreiche Klassen der Schulen des Dorfs praktische Unterrichtsstunden über Erntemethoden, weit vor ihrer Zeit und als Handarbeit, mit eigens dafür angepflanzten Getreidesorten auf nahe gelegenen Feldern ermöglicht. Am Sonntag konnten dann Maschinen aus den Anfängen der Motorisierung für stationären Einsatz aber auch in die Jahre gekommene, heute nicht mehr eingesetzte Traktoren und Mähdrescher beguckt und erklommen werden. Probeläufe der beiden alten Schrot- und Dreschmaschinen aus dem Besitz des Heimatvereins, die Christian Rottstegge wiederholt zu lautem und rußigem Leben erweckte, zeigten ohne viele weitere Erklärungen wie arbeitsintensiv Bauern damals das Getreide verarbeiten mussten, um die Bevölkerung zu ernähren. Die bejahrten Mähdrescher auf dem Parkplatz am Heimathaus markierten den weiteren Fortschritt im Erntebetrieb, konnten aber ihren musealen Stand  im Vergleich mit den hier auf den Feldern der Umgebung zu sehenden Hochtechnologiemaschinen nicht verleugnen.
Korn muss gemahlen werden. Ab hier übernimmt der Mühlenverein. Wenn denn dereinst die Bockwindmühle in den Wind gedreht werden kann. Dass bis dahin noch ein langer Weg zurückzulegen und langer Atem nötig sein wird, um die neue Attraktion des Dorfes in Betrieb zu nehmen, war eine Botschaft, die der Verein an diesem Tag interessierten Besuchern vermitteln wollte. Eine andere, dass bisher aber auch schon einiges an Muskelkraft, Einfallsreichtum und Freizeit der Mitglieder aufgebracht worden war, um Teile der Mühle zu restaurieren, Baupläne und Gutachten zu erstellen und dicke Bretter zu bohren. Wobei die „Behörden-Bretter“ sich wie gewohnt als die dicksten erwiesen. Wie die Mühle einmal neben Gärtner Pickers Schaugarten aussehen könnte, wurde mit Schaubildern aber auch anhand eines detailgetreu vom Vorsitzenden selbst gebauten Funktions-Modells der Mühlenkonstruktion dargestellt. Der Redaktor weiß zumindest von einem Besucher, der die Gelegenheit nutzte, sich als neues Mitglied des Mühlenvereins einzuschreiben.

Jede/jeder, die/der das Vorhaben so unterstützen will, ist herzlich willkommen!

Solange das Korn noch nicht selbst gemahlen werden kann, muss Bäcker Späker sein eigenes Mehl für den Teig der Brote nehmen, die er für das Back-Team des Heimatvereins vorbereitet. Die Vereinsbäcker hatten dann daraus wie gewohnt im Steinofen des Backspiekers einige Dutzend leckere Brote gebacken, die zum Kummer Zuspätgekommener frühzeitig abverkauft waren. Verlass war auch wieder auf die vielen Vereinsmitglieder, die ihre Backkünste in den Dienst des guten Zwecks gestellt und variationsreich genügend Kuchen beigesteuert hatten, die wie gewohnt von den Damen der Küchenorganisation im Heimathaus mit oder ohne Kaffee verkauft wurden.

Für die Kinder hatte Thomas Hollad neben dem Backspieker eine große Feuerstelle aufgebaut worden, wo sie an langen Holzstäben mit roten Backen und heißen Füßen ihr beliebtes Stockbrot „backen“ konnten. Direkt vom Imker Willi Schmitz, der seinen kleinen Stand vorn am Backspieker aufgestellt hatte, konnte man Wäsker Honig kaufen. Tags zuvor hatte er noch alle Zutaten für den Erntekranz beigesteuert, der am Eingang des Apothekergartens aufgehängt worden war.

Neben Kaffee und Kuchen drinnen gab es natürlich auch deftigeres Essen an der Bratstation draußen. Aus Georg Albers, Martin Mevenkamp, Jürgen Wellermann, Stefan Osterholt, Thea Strothmann und Maximilian Rottstegge bestand das Brat- und Brutzelteam, das qualmfest und spritzfettresistent ungezählte Bratwürstchen mit Brötchen und Reibeplätzchen austeilte. Trotz des relativ kühlen und windigen Wetters konnte auch über den Getränkeverzehr nicht gemeckert werden, Es wird darüber nachzudenken sein, zukünftig dem Flaschenausteiler einen ergonomisch günstigeren Kronenkorkenabheber zur Verfügung zu stellen, um handhabungsbedingtem Taubheitsgefühl des rechten Zeigefingers und Hornhautbildung vorzubeugen, die sich u.U. negativ auf dessen weitere Verwendung auswirken könnten.

Es ist fast so als wollte man Zwiebeln nach Weseke tragen, wenn zu berichten ist, dass die Alte Garde von früh bis spät gut gelaunt mit ihrem umfangreichen Liedgut und mit der wie immer klangfreudigen Treckebüül- und Klarinettenbegleitung als Stimmungsaufheller der zahlreichen Besucher aktiv war. Die Delegation eines aus dem Düsseldorfer Raum angereisten Heimatvereins war voll des Lobes und hatte ihren erkennbaren Spaß bevor sie sich nach Verbrauch eines stattlichen Teils der Rolle der Verzehrkarten, die sie beim Kassenteam erworben hatten, ins Dorfinnere zurückzog.

Am Nachmittag war es dann der Vorsitzende, der einen der alten Trecker vor einen alten Wagen spannte, die Alte Garde samt Musik aufsitzen ließ und mit einigen  Kindern, die noch drauf gingen, zu einer Werbe- und Versorgungsfahrt (Bratwurst war ausgegangen) zur Dorfmitte aufbrach.
Eine Riesengaudi! Es fehlte nur noch das Schild: „Wir machen den Weg frei zum Erntetag am Heimathaus: Folgen Sie uns!“

Der Tag war ein Erfolg.

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